Mehr Licht, mehr Sicherheit: So halten wir unsere Tunnel sauber
Saubere Tunnel sorgen nicht nur für ein gepflegtes Erscheinungsbild. Sie sind auch wichtig für gute Sicht und damit für die Sicherheit. Deshalb sind unsere Teams zweimal im Jahr mit großem Gerät im Einsatz: Im Frühjahr und im Herbst werden Tunnelwände, Fahrbahn und Sicherheitseinrichtungen gründlich gereinigt.Dabei geht es aber um weit mehr als Waschen und Putzen. Auch die Beleuchtung wird regelmäßig überprüft. Und dafür haben unsere Kolleginnen und Kollegen eine Lösung entwickelt, die Messungen einfacher, schneller und sicherer macht.
Sauberkeit für mehr Verkehrssicherheit
Tunnelsicherheit ist Teamarbeit. Das gilt nicht nur für den laufenden Betrieb, sondern auch für die regelmäßige Reinigung unserer Tunnel. Zweimal im Jahr heißt es deshalb: Ärmel hochkrempeln. Denn trotz moderner Technik braucht es bei der Tunnelwäsche viele helfende Hände und vollen Körpereinsatz.
Doch warum ist die regelmäßige Reinigung überhaupt so wichtig?
Saubere Tunnel sorgen für bessere Sicht
Die Fahrt durch einen Tunnel kann bei manchen Verkehrsteilnehmenden ein gewisses Unbehagen auslösen. Der begrenzte Raum und die ungewohnte Umgebung beeinflussen auch das subjektive Sicherheitsgefühl. Helle und saubere Tunnel können hier einen wichtigen Unterschied machen: Sie wirken größer, freundlicher und übersichtlicher.
Doch es geht um mehr als das persönliche Empfinden. Für die Licht- und Sichtverhältnisse in einem Tunnel gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Unter anderem ist genau festgelegt, welches Leuchtdichteniveau erreicht werden muss.
Staub, Ruß und andere Ablagerungen auf Wänden, Leuchten und Sicherheitseinrichtungen können die Lichtverhältnisse beeinträchtigen. Deshalb reinigen wir die 165 Tunnel entlang unseres Streckennetzes zweimal im Jahr – im Frühling und im Herbst.
Während der Arbeiten sind die Tunnel grundsätzlich für den Verkehr gesperrt. So können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher arbeiten und alles gründlich reinigen:
- Staub- und Rußpartikel werden von den Tunnelwänden entfernt.
- Bordsteinreflektoren und Lichtquellen werden gereinigt.
- Verkehrszeichen, Notrufnischen, Videokameras und zahlreiche weitere Einrichtungen werden gründlich gesäubert.
So sorgen wir dafür, dass Sie bei der Fahrt durch unsere Tunnel bestmögliche Sichtverhältnisse vorfinden.
Mit High-Tech und Handarbeit
Bei unseren Waschtagen setzen wir auf moderne Technik und die Erfahrung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Einsatz kommt ein sogenannter „Waschzug“, der nicht selten aus fünf Lkw besteht. Dabei hat jedes Fahrzeug seine Aufgabe: Ein Lkw trägt das Reinigungsmittel auf die Tunnelwände auf, das nächste reinigt Wände und Decke mit rotierenden Bürsten und Hochdruckgeräten. Weitere Fahrzeuge kümmern sich um die Fahrbahn.
Doch nicht alles lässt sich mit Maschinen erledigen. Notrufnischen, Verkehrszeichen und empfindliche Sicherheitseinrichtungen werden von unseren Mitarbeitenden teilweise abmontiert, von Hand gereinigt und anschließend wieder angebracht. Auch die Schächte im Tunnel gehören zum Großputz: Ein Stapler hebt die schweren Abdeckungen an, anschließend werden die Kanäle mit Spezialgeräten durchgespült und wieder verschlossen.
So greifen bei der Tunnelwäsche moderne Technik und Handarbeit ineinander – damit am Ende wirklich alles sauber und einsatzbereit ist.
Viel Arbeit in kurzer Zeit
Damit der Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird, finden viele dieser Arbeiten in den Nachtstunden statt. Für unsere Teams bedeutet das körperliche Arbeit unter besonderen Bedingungen – bei Feuchtigkeit, Kälte und Lärm.
Gleichzeitig steht für die Reinigung nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Bevor der Tunnel wieder für den Verkehr freigegeben wird, müssen alle Arbeiten abgeschlossen und die Sicherheitseinrichtungen wieder vollständig einsatzbereit sein.
Saubere Tunnel, sauberer Umwelt – das geht!
Bei der Reinigung unserer Tunnel fällt viel Schmutz an. Wir nutzen dennoch nur biologisch abbaubare Waschmittel.
Eine Waschwasseraufbereitungs-Anlage sorgt dafür, dass das Schmutzwasser aus dem Tunnel (versetzt mit Reifenabrieb, Öl, Diesel und anderen Schadstoffen) zuerst in die Gewässerschutzanlagen vor den Tunnelportalen fließt, bevor es durch die Wasseraufbereitungs-Anlage mit einer vierstufigen Filteranlage läuft. Letztlich wird das Wasser der Umwelt in Trinkwasserqualität rückgeführt.
In-house Innovation für bessere Lichtverhältnisse
Die richtigen Lichtverhältnisse sind eine wichtige Voraussetzung für Sicherheit im Tunnel. Doch Verschmutzung und die natürliche Alterung der Leuchten verändern deren Leistung laufend. Deshalb wird die Leuchtdichte standardmäßig an mehreren Punkten im Tunnel gemessen. Da auch die Messgeräte mit der Zeit verschmutzen, sind zusätzlich mindestens zwei Kontrollmessungen pro Jahr direkt auf der Fahrbahn notwendig. Das bedeutet Aufwand: Die Messgeräte können nur punktuell aufgestellt werden, der Tunnel muss dafür gesperrt und die erhobenen Daten anschließend im Büro ausgewertet werden.
Unsere Kolleginnen und Kollegen der Betriebstechnik St. Michael im Lungau wollten das einfacher und effizienter lösen – und entwickelten kurzerhand ein eigenes mobiles Messsystem.
Dafür wurden zwei speziell kalibrierte Leuchtdichtekameras auf einem Fahrzeug montiert und für den mobilen Einsatz angepasst. Ein High-Speed-Datenlogger zeichnet die Messwerte auf, eine zusätzliche Videokamera ermöglicht die genaue Zuordnung der Ergebnisse im Tunnel. So können die Lichtverhältnisse bereits während der Fahrt erfasst werden. Direkt danach steht fest, wie es um die Beleuchtung im Tunnel bestellt ist.
Das spart Zeit und reduziert notwendige Sperren. Gleichzeitig erhöht die mobile Messung die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sorgt für weniger Einschränkungen für Verkehrsteilnehmende. Mehr über innovative Lösungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren Sie in diesem Beitrag.
Verkehrssicherheit ist Teamarbeit – und gerade im Tunnel greifen viele Maßnahmen ineinander: moderne Technik, regelmäßige Kontrollen und Sanierungen, gemeinsame Übungen und gründliche Tunnelwäschen. Aber auch Sie können einen wichtigen Beitrag leisten: Fahren Sie vorausschauend, halten Sie ausreichend Abstand und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Bedingungen an. Damit wir alle sicher ans Ziel kommen.