Lärmschutz leicht erklärt

zuletzt aktualisiert am: 17.09.2019
Warum und wo bauen wir diese Wände? Welche Arten des Lärmschutzes gibt es? Wie breitet sich Schall aus und wie laufen Lärmmessungen eigentlich ab? Das und noch einiges Mehr erfahren Sie von mir als Lärmschutzexperten.
Alte Donau Lärmschutz DSC 0475 11840 Office
14 Kommentare
Christian Armbruster, 9061 vor 1 Monat

Werter Herr C. Mayr, schon lange plagt uns der LKW-Lärm im Bereich Klagenfurt / Tultschnig auf der A2! Teilweise ist es morgens so laut, dass man die Vögel nicht mehr hört. Insbesondere beginnt abends mit abnehmenden Umgebungslärm das "Singen" der LKW. Regelmäßig wachen wir durch das "jingjingnjing" der LKW auf und können vor Ärger nicht mehr einschlafen. Auch bei geschlossenem Fenster (Internorm 2003, 2-Schicht) ist der Lärm zu vernehmen. Der Hang auf der Nordseite von Tultschnig bringt einen Stereoeffekt. Es sind dann zwei Autobahnen zu hören, eine im Süden und eine am Hang im Norden. Auf der Lärmkarte der ASFINAG ist es so dargestellt, als würde man in einem Kilometer entfernten Tultschnig, von der Autobahn nichts mehr hören. Auch sind auf der Karte in diesem Bereich Lärmschutzwände verzeichnet, wo keine sind. Bitte teilen Sie uns mit, dass in diesem Bereich bald genügend hohe Lärmschutzwände installiert werden. Mit freundlichen Grüßen, C. Armbrustr, Neuhausgasse 4, 9061 Klagenfurt -Wölfnitz, c.armbruster@gmx.at

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Clemens Mayr vor 1 Monat

Lieber Christian Armbruster, der Einsatz von Lärmschutzmaßnahmen am ASFINAG-Bestandsnetz erfolgt österreichweit einheitlich nach geltenden Standards und Richtlinien, deren Anwendung für uns verpflichtend ist. In diesen Richtlinien wird u.a. auch das Verhältnis der Wirkung der Lärmschutzmaßnahme zu deren Errichtungskosten (Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit) dargestellt. Eine Mindestwirkung im Verhältnis zu den Kosten ist Voraussetzung, um eine Lärmschutzmaßnahme errichten zu können. Grundvoraussetzung für die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen ist das Vorliegen einer Grenzwertüberschreitung bei Wohngebäuden. Auf Grund der Entfernung Ihres Wohnhauses von rund einem Kilometer zur A2 Süd Autobahn, ist eine Überschreitung des Grenzwertes nicht gegeben und somit die Errichtung von Lärmschutzmaßnahmen nicht möglich. Die auf den Karten eingezeichneten Lärmschutzmaßnahmen stellen in diesem Bereich keine Lärmschutzwand dar, sondern bilden den Damm der im Bereich Trettnig tiefer liegenden A2 ab. Liebe Grüße, Clemens Mayr

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Christian Armbruster, 9061 vor 1 Monat

Herr C. Mayr, Danke für Ihre Rückmeldung. Also ich habe verstanden, dass die Lärmbelastungen anhand komplexer Rechnungen dargestellt werden. Aber was ist mit der faktischen Lärmbelastung. Wir waren vor einem Bau der Autobahn hier wohnhaft, man hatte nichts gehört als nur Natur. Mittlerweile ist das Verkehrsaufkommen auf der A2 in diesem Teil größer. Als Kind hab ich die Proteste gegen den Bau der Nordumfahrung erlebt. Versprochen wurde, dass keine Beeinträchtigung erfolgen werde. Schon klar, irgendwo muss der Verkehr ja hin und sicher Besser auf eine Umfahrung. Aber warum kann man das nicht unbelastender gestalten. Nicht der ganze Abschnitt ist mit einer Tieferlegung und einem Erdwall verbunden. Der Winkel dieser Flanken ist so groß, dass es zu keiner Schalleingrenzung kommt, eher zu der Wirkung eines Schalltrichters. Genauso die Tunnel- Ein-und Ausfahrten. Die offenen Bereiche sprechen (schallen) für sich. In manchen Nächten können die einzelenen LKW gezählt werden und man kann benennen, wann diese in die "kurze Röhre" (Unterflurbereich Trettnig) fahren und wieder rauskommen. Also laut Schall-Berechnung werden wir und viele Autobahnanrainer über Generationen den Verkehrslärm ertragen müssen, mit den Folgen von gesundheitlicher Beeinträchtigung. Eine finanzielle Wertminderung des ländlichen Wohngebietes ungeachtet. So ein paar Meter Lärmschutzwand wird doch finanziell möglich sein! Oder? Weiterhin mit freundlichen unausgeschlafenen Grüßen C.Armbruster

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Clemens Mayr vor 4 Wochen

Lieber Herr Armbruster, wir verstehen, dass Lärmschutz ein höchst emotionales Thema ist. Gerne können Sie sich für weitere Fragen an den für Ihre Region zuständigen Projektleiter, Martin Kobald, direkt unter 0664 60108 13475 wenden. Liebe Grüße, Clemens Mayr

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Christian Armbruster, 9061 vor 10 Tagen

Werter Herr Mayr, Lärm ist kein emotionales Thema. Lärm ist ein Faktum und hat negative Auswirkungen auf das vegetative Nervensystem von Lebewesen. Und ich glaube nicht, dass es verstanden wird, denn wenn es so wäre, würde man keinen Lärm von Autobahnen hören.....usw. Aber Danke für die Weitervermittlung an Herrn Kobald. Vielleicht baut er eine Lärmschutzwand?! Mit freundlichen Grüßen, ein lärmgenervter C. Armbruster

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Dr. Norbert Achleitner, 4020 vor 1 Monat

Ich habe gehört, daß es für meine Wohnung 4020 Linz, Kudlichstraße 14 (in der Nähe der geplanten Westumfahrung) beim Einbau von Lärmschutzfenstern von ihnen Förderungsmaßnahmen gibt. Ich beabsichtige den Einbau von neuen Fenstern. Woher bekomme ich genauere Informationen? MfG Dr. Norbert Achleitner, 4020 Linz, Hanriederstraße 32, Tel. 0664 1034112, e-mail: norbert.achleitner@gmx.at

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Christian Mayer vor 3 Monaten

Wie groß ist der Unterschied in der Lärmemission zwischen einem PKW mit 100 km/h und 130 km/h? Die oben genannte Aussage, dass die Geschwindigkeitsreduktion von 130 auf 100 km/h nur sehr geringe Auswirkungen hat, hängt sehr davon ab, wie hoch der Anteil der PKW an den Lärmemissionen ist. Am Wochenende ist er nahezu 100 % und damit ist auch die Auswirkung der Geschwindigkeitsreduktion auf die Lärmemission höher. Wie groß ist der Unterschied in der Lärmemission zwischen einem LKW mit 90 km/h und 60 km/h?

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Clemens Mayr vor 3 Monaten

Lieber Herr Mayer, der sich rechnerisch ergebende Unterschied beträgt beim PKW ca. 2,3 dB. Tatsächlich liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei einer Beschränkung auf 100 km/h jedoch im Regelfall um die 115 km/h, bei 130km/h jedoch knapp unter 130 km/h. Dadurch ist der reale Unterschied deutlich geringer. Bei LKW liegt der rechnerische Unterschied zw. 90 km/h und 60 km/h in Abhängigkeit des Fahrbahnbelages bei 3 bis 3,8 dB. Liebe Grüße, Clemens Mayr

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Ernst Wimmer, Gallneukirchen vor 1 Jahr

Den effektivsten - ökologischen - Lärmschutz gibt das Blätterwerk geschlossener Strauchreihen. Der Lärm wird absorbiert, nicht reflektiert. Von der Optik ganz zu schweigen. Dass moderne Lärmschutzwände ein gewaltiger Geschäftszweig geworden sind lässt sich nicht bestreiten. Der Kostenvergleich mit Arbeitstrupps, die für die maschinelle Pflege (Beschnitt) nötig wären, ist interessant. Aber da gibt es keine Fakultät...

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Josef krusch vor 1 Jahr

Hallo. Danke für die ausführlichen Erklärungen. Frage stellt sich aber trotzdem. Warum sind auf der A1 an so vielen Stellen lärmschutzwände wo weit und breit keine Siedlungen sind

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Mag. Sylvia Platzer vor 6 Monaten

Ich schließe mich der Frage von Josef Krusch an, und finde dazu keine Stellungnahme. Exzessive Errichtung von Schallschutzwänden im Bereich Linz (dahinter Wald, Felder, Einkaufszentren, Baumärkte, Tankstellen) und vor allem die Höhe wirft die Frage auf, ob die horrenden Ausgaben und die Beeinträchtigung der Autofahrer (Sichteinschänkung, Schattenbildung, etc.) in Relation stehen zum Lärmschutz. Negatives Musterbeispiel ist Hochstrass.

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Josef krusch vor 1 Jahr

Hallo. Danke für die ausführlichen Erklärungen. Frage stellt sich aber trotzdem. Warum sind auf der A1 an so vielen Stellen lärmschutzwände wo weit und breit keine Siedlungen sind

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Asfinag vor 1 Jahr

Danke fürs Lob, das hört man gerne.

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Markus Stotter vor 1 Jahr

Weltklasse Aufbereitung des Themas! Man wird auch privat sehr oft auf dieses Thema angesprochen, diese Informationen sind in jeder Hinsicht sehr nützlich.

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