Intensive Kontrollen sind unverzichtbar

Der Lkw-Verkehr ist für Österreich unverzichtbar. Mit unseren TUK-Kontrollen schaffen wir die Basis dafür, dass er auch sicher ist.

Im Rahmen der regelmäßigen Checks gemeinsam mit der Polizei legen wir das Hauptaugenmerk unter anderem auf Bremsen, Fahrwerk, Fahrgestell, Reifen und Räder. Wir kontrollieren, ob diese in einem funktionstüchtigen Zustand sind. Seit Start mit 1. Juli 2015 haben die Teams der Technischen Unterwegskontrolle an 2.168 Prüftagen ca. 16.856 Gutachten erstellt. Und etwa 5.000 Mal müsste Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern die Weiterfahrt aufgrund von „Gefahr in Verzug“ überhaupt verboten werden.

Alleine im Jahr 2019 stellten wir bei mehr als 2.800 Lkw schwere Mängel fest, getestet wurde insgesamt 5.049 Lkw. Auch hier das traurige Ergebnis: 1.268 Mal hieß es STOPP, keine Weiterfahrt wegen „Gefahr in Verzug“. Teilweise ist also immer noch eine beachtliche Zahl an Lkw mit technischen Mängeln unterwegs. Diese Fahrzeuge sind eine potenzielle Gefahr, für die Fahrenden selbst und für andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Eines ist aber auch klar: Der Großteil der Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer machen einen großartigen Job. Sie sind immer unterwegs und sorgen für eine flächendeckende Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und allem was wir alle täglich brauchen. Dafür gehört diesen Menschen unsere Anerkennung und unser Dank!

Wie läuft nun eine technische Lkw-Kontrolle ab?

Bevor es zu einer genauen Kontrolle kommt, wird im Vorfeld durch die Polizei eine Vorauswahl der Fahrzeuge mittels Sichtkontrolle durchgeführt. Die Beamtinnen und Beamten haben viel Erfahrung darin zu erkennen, ob da eventuell etwas nicht stimmt. Stellt die Polizei fest, dass ein Fahrzeug gründlicher untersucht werden sollte, wird dieses für einen genaueren Check dem Team TUK übergeben.

Nach einem ersten Rundgang unseres Teams, bei dem mit freiem Auge nach Mängel Ausschau gehalten wird, geht es auf der mobilen Prüfstraße unter dem Lkw ans Eingemachte. Hier schauen wir uns alles ganz genau an. Die Mängel reichen von gerissenen Bremsschläuchen, über Problemen an der Hydraulik bis zu Reifen ohne Luft oder Bremsen, die auf dem Prüfstand einfach abfallen.

Nach dem Check erstellt die TUK-Prüfleitung ein Gutachten. Dieses beinhaltet bei beanstandeten Mängeln eine entsprechende Beschreibung, die der Polizei als Grundlage dient, wenn weiterer Handlungsbedarf besteht.

Und was passiert, wenn ein Lkw bei dieser Kontrolle durchfällt und „Gefahr im Verzug“ ist? Ganz einfach: Runter mit den Nummernschildern und sofortiges Abstellen des Fahrzeuges. Auch das ist Angelegenheit der Polizei.

Das operative Team der TUK besteht aus fünf Prüfleitungspersonen und 20 Prüfhelferinnen und -helfern in ganz Österreich. Die ASFINAG hat die TUK von der Bundesanstalt für Verkehr übernommen und führt die Kontrollen seit Juli 2015 in den Bundesländern Burgenland, Steiermark, Kärnten, Tirol und Vorarlberg durch.

Einsicht bei Lkw-Fahrerinnen und -Fahrern

Und wie sieht’s mit dem Gemüt der Überprüften aus? Es kam zum Glück bisher zu keinen Auseinandersetzungen mit Fahrerinnen und Fahrern. Die meisten sind nicht begeistert, dass sie kontrolliert werden, aber sie schimpfen selten oder gar nicht. Unser Team hilft den Lenkerinnen und Lenkern bei Fragen zu den festgestellten Mängeln, die nicht selten sehr schwerwiegend sind und erklärt diese direkt am jeweiligen Fahrzeug. Auch wenn die Skepsis manchmal groß ist, die Einsicht kommt spätestens, wenn es heißt "Stopp, so können Sie nicht weiterfahren! Sie gefährden Ihre eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer."

Zum Glück sind diese Fälle eine Ausnahme und die meisten Lkw-Lenkerinnen und -Lenker erfahrene und verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmende.

Hintergrundinfos zum Lkw- und Güterverkehr in Österreich

Der Branchenbericht „Die Österreichische Verkehrswirtschaft“ der WKO belegt, dass in Österreich die Straße der überwiegende Transportweg im Güterverkehr ist. Kein anderes Verkehrsmittel transportiert so viele Güter wie der Lkw und sichert so in vielen Regionen Österreichs die Versorgung der Menschen. Das Fact Sheet Straße der GSV (Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) bestätigt ganz klar: Der Gütertransport auf der Straße ist für Österreich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Gleichzeitig werden Lkw und der gesamte Straßengüterverkehr oft als zentrale Klimasünder wahrgenommen. Statistiken zeigen jedoch, dass der Schwerverkehr in Summe weniger CO² ausstößt, als der Personenverkehr. Der Klimaschutzbericht 2019 des Umweltbundesamtes zeigt, dass rund 64 % der CO²-Emissionen des gesamten Straßenverkehrs auf den Pkw-Verkehr entfallen. Seine Emissionen sind zwischen 1990 und 2017 um 58 % gestiegen.

Beide Verkehrsbereiche verzeichnen jedoch – dass wollen wir hier ganz offen sagen – einen steigenden Treibhausgas-Ausstoß. Die genannten Zahlen sollen daher die Bedeutung alternativer und umweltfreundlicher Mobilitätsvarianten für den Güter- und Warenverkehr keinesfalls mindern. Uns ist es jedoch wichtig, ein umfassendes Bild der Mobilität in Österreich aufzuzeigen.

 

Die Erfahrungen der letzten fünf Jahre zeigen uns, dass die Technischen Unterwegskontrollen absolut notwendig sind. Immer noch gibt es zu viele Lkw-Fahrende auf unserem Streckennetz, die durch den technischen Zustand ihrer Fahrzeuge bewusst oder unbewusst sich und andere Verkehrsteilnehmende gefährden. Wir sind überzeugt davon, dass Verkehrssicherheit Teamarbeit ist und jeder seinen Teil dazu beitragen muss.

Franz Hallegger
Franz Hallegger

Leiter Technische Unterwegskontrolle

Franz Hallegger ist seit 1991 in der ASFINAG. Angefangen hat er als Mitarbeiter an der Mautstelle Rosenbach in Kärnten. 2003 wechselte er zum Service und Kontrolldienst (SKD), wo er ab 2006 als Regionalleiter Mitte tätig war. 2016 übernahm er die Leitung der Technischen Unterwegskontrolle.