Gute Autofahrer:innen nehmen Rücksicht auf andere
Sie. Ganz genau, Sie, die das hier gerade lesen, sind für die Verkehrssicherheit auf den Autobahnen und Schnellstraßen unser:e wichtigste:r Partner:in. Und gleichzeitig ist Ihre Verkehrssicherheit unser größtes Anliegen. Dafür reinvestieren wir jedes Jahr rund 500 Millionen Euro der Einnahmen aus Vignette und Streckenmaut. Es braucht also ein Geben und Nehmen, damit wir unser Ziel erreichen: möglichst wenige Unfälle, möglichst wenige Verletzte, möglichst keine Verkehrstoten.Die Verkehrssicherheit steht immer an erster Stelle
Wir schaffen mit unseren Maßnahmen für Verkehrssicherheit eine sogenannte Systemlandschaft: Das Fahrzeug, die Verantwortung des Menschen hinter dem Lenkrad und der Zustand der Straße sind die drei Komponenten, die die Verkehrssicherheit wesentlich beeinflussen. Mehr zum ASFINAG Verkehrssicherheitsprogramm 2030 erfahren Sie hier. Hier und heute nehmen wir uns speziell dem zweiten Punkt an: den Lenkerinnen und Lenkern. Laut unserer kürzlich durchgeführten Umfrage mit mehr als 3.500 Personen halten sich knapp 68 Prozent von ihnen für gute Autofahrer:innen. Gleichzeitig gaben 70 Prozent an, regelmäßig zu sehen, dass andere viel zu dicht auffahren.
Drei Viertel der Befragten erleben es nahezu täglich, dass andere auf Autobahnen zu schnell fahren und zwei Drittel beobachten tagtäglich, dass andere Lenkerinnen oder Lenker mit dem Mobiltelefon hantieren. Die Begründung für die oft gehörte Aussage „Ich bin ein guter Autofahrer“ bzw. „Ich bin eine gute Autofahrerin“ muss also irgendwo hinken. Schauen wir uns also an, was dazugehört, damit sie tatsächlich zutrifft.
Wie gelingt uns gutes Autofahren?
Dinge, die wir alltäglich tun, lassen wir im Detail gerne schleifen. Wir tun sie automatisiert und denken nicht mehr allzu viel darüber nach. Hier und da haben wir die Tendenz zur Nachlässigkeit und rationalisieren das eine oder andere im Ablauf weg – bewusst und unbewusst. Übersetzt aufs Autofahren kann das zum Beispiel bedeuten, dass wir den Blinker nicht setzen, „weil eh gerade niemand hinter uns fährt“ oder dass wir den Schulterblick auslassen, weil wir „wissen, dass sich gerade niemand im toten Winkel befindet“. Und doch kann auch dem umsichtigsten Autofahrer und der umsichtigsten Autofahrerin einmal etwas entgehen. Also warum nicht kurz den Blinkhebel bestätigen und den Kopf drehen? Denn spätestens, wenn man es lässt und es zum Unfall kommt, wird man sich wünschen, man hätte es getan.
Und auch die folgenden Punkte gehören zu einem guten Fahrverhalten unverzichtbar dazu:
- Abstand halten
- Auto regelmäßig warten und fahrtüchtig halten
- Nüchtern sein
- Ausgeschlafen sein
- Keine Ablenkung zulassen
- Verkehrsregeln beachten
- Zuvorkommend verhalten
- Verkehrsmeldungen im Radio aktivieren
- Anschnallen
Ergebnisse der Umfrage
Was sich Autofahrer:innen von anderen Verkehrsteilnehmenden wünschen? Vor allem Rücksicht. 41 Prozent der über 3.500 Befragten gaben dies an. Dass hier noch reichlich Luft nach oben ist, spiegelt sich auch in der Antwort auf die Frage nach der aktuellen Qualität der Rücksichtnahme: Nur zwölf Prozent sind damit zufrieden. Gegenüber den 70 Prozent, die regelmäßig zu dichtes Auffahren beobachten, stehen jedoch nur vier Prozent, die das von sich selbst zugeben. Sind immer die anderen schuld? Oder fahren wir alle manchmal doch etwas rücksichtsloser, als wir uns eingestehen wollen? Damit wir persönlich etwaige Unfälle vermeiden können, lohnt es sich auf jeden Fall, das eigene Fahrverhalten immer mal wieder unter die Lupe zu nehmen.
Guten Autofahrerinnen und Autofahrern ist nicht nur die eigene Sicherheit wichtig, sondern auch jene der anderen. Wer gut fährt, der fährt konzentriert, vorausschauend, ist gelassen und hat eine hohe Fehlertoleranz. Das alles braucht es für ein sicheres Miteinander und vor allem für ein sicheres Ankommen.Bettina Schützhofer Verkehrspsychologin
Sich selbst den Spiegel vorhalten und noch besser werden
Neben dem eigenen Fahrverhalten spielt auch der Gemütszustand eine tragende Rolle. 22 Prozent der Befragten finden es besonders wichtig, dass man am Steuer ruhig und gelassen bleibt. Wer gleich wütend wird, wenn vor ihm jemand vermeintlich zu langsam unterwegs ist, der sollte zuerst einen Blick auf seine eigene Geschwindigkeit werfen. Denn es wird sicher öfter der Fall sein, dass man bereits das erlaubte Tempolimit ausschöpft. Durch gewohntes regelmäßiges Übertreten der Geschwindigkeitsbegrenzung fühlt es sich nämlich häufig bloß langsamer an.
Zu einer guten Autofahrerin und einem guten Autofahrer gehört letztlich auch eine vernünftige Portion Selbstkritik. Wir alle wissen, dass wir nicht fehlerlos unterwegs sind. Und wir spüren genau, wann wir über die Strenge geschlagen haben. Und genau diese Momente sollten wir dazu nutzen, um daraus zu lernen, uns zu verbessern und zur Verkehrssicherheit beizutragen.